Staatsbürgerliche Erziehung, Staatsbürgerliche Bildung und später Poltische Bildung
Fachgebiet:
89 Politologie, Politikwissenschaften
Lebensdaten:
geboren
am
12.01.1902
in
Braunschweig
gestorben
am
22.12.1980
in
Braunschweig
Kurzbiographie:
bis 1922
Besuch des Herzoglichen Lehrerseminars in Braunschweig
1922-1925
Hilfslehrer der Stadt Braunschweig
1926-1933
Lehrertätigkeiten in Schöningen und Braunschweig
1927
Ernennung (01.04.1927) zum Beamten auf Lebenszeit
1933
Entlassung aus dem Lehrerdienst im Nationalsozialismus
1933-1935
Emigration und ab 1934 Lehrertätigkeit in Saarbrücken und Saarlouis
1940-1945
Gelegenheitsarbeiten in Frankreich
1945
Tätigkeit als Hilfslehrer in Braunschweig
1946
Ruf in ein deutsches Beamtenverhältnis als Volksschulrektor
akademische Abschlüsse:
Studium
1922
Erste Lehrerprüfung für das Lehramt an Volksschulen am Herzoglichen Lehrerseminar in Braunschweig
Studium
1925
Abschluss der 2. Lehrerprüfung in Wolfshagen
akademische Selbstverwaltung:
1948-1955
Direktor der Pädagogischen Hochschule Braunschweig, Kant-Hochschule
Funktionen:
Stadtratsmitglied Schöningen
weitere Mitgliedschaften:
1947
Allgemeiner Deutscher Lehrer- und Lehrerinnen-Verband (Zweiter Vorsitzender)
ab 1948
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) (Mitbegründer; Vorsitzender 1960-1968)
1955-1957
Internationale Vereinigung der Volksschullehrer-Verbände (Präsident)
1966-1972
Internationale Bund Freier Gewerkschaften (Präsident des Internationalen Berufssekretariats der Lehrer)
Pariser Sektion des Verbands deutscher Lehreremigranten (Leiter und Funktionär)
Ehrungen:
15.06.1977
Ehrenbürgerschaft der Stadt Braunschweig
1968
Bundesverdienstkreuz am Bande
1970
Kulturpreis des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Ehrenmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
1967
Verdienstkreuz des Landes Niedersachsen
Parteimitgliedschaften:
bis 1929
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
weitere Informationen:
Heinrich Rodenstein emigrierte infolge seiner politisch geprägten Entlassung aus dem Schuldienst – Hintergrund war seine KPD-Mitgliedschaft – am 16.07.1933 nach Holland/Niederlande und anschließend nach Reval/Frankreich; 1935 ging er ins Exil in Frankreich.
Im Oktober 1946 rief Heinrich Rodenstein auf einer gemeinsamen Konferenz mit Vertretern anderer niedersächsischer Lehrerverinigungen zur Gründung eines "Allgemeinen Deutschen Lehrer- und Lehrerinnen-Verbandes (Britische Zone)" auf.
Heinrich Rodenstein setzte sich für eine Reform der Lehrerbildung hin zu einem "echten Hochschulstudium" (sechssemestrig; mit studium generale) ein.
Im Jahr 1948 wurde Heinrich Rodenstein Mitbegründer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW); enge Zusammenarbeit mit Hans Löhr und Leo Regener zur Verfassung der Denkschrift Weiterentwicklung der Lehrerausbildung.
Obwohl selbst ehemals KPD-Mitglied, bot Heinrich Rodenstein keine Lehrveranstaltungen an, die sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzten; hierfür wurde er später angegriffen.
Gerhard Himmelmann, Politische Wissenschaft und Politische Bildung, In: Ders. (Hg.), Fünfzig Jahre wissenschaftliche Lehrerbildung in Braunschweig, Festschrift 1995, Braunschweig 1995, S. 163-180.
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