Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Volker Kurt Erich Eisenmann"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000120 (abgerufen am 26.05.2026)

Eisenmann, Volker Kurt Erich

Dr. phil.
 
1921-1935 o. Professor für technische Mechanik, Statik und Baukonstruktionen sowie Flugtechnik
1941-1945 Lehrauftrag
1946-1950 o. Professor für Stahlbeton-, Massiv- und Holzbau
(Vorgänger, Nachfolger)

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Einrichtung:
1921-1935 Technische Hochschule (1878-1937)
1941-1950 Technische Hochschule (1937-1967)
Institut:
Institut für mechanische und strömungstechnische Versuche
Lehr- und Forschungsgebiete:
Quantentheorie
Statik
Theorie des Eisenbetons
Aerodynamik, Strömungen und Segelflug
Versuche im Windkanal
Fachgebiet:
56 Bauwesen


Lebensdaten:
geboren am 23.01.1883 in Berlin
gestorben am 28.04.1963 in Braunschweig
 Konfession:
evangelisch-lutherisch
Familie:
Vater: Richard Eisenmann (Adoptivvater), Justizrat
Mutter: Leonie Eisenmann, geb. Achtelik
Ehefrau: Marta Eisenmann, geb. Braukmeier, Heirat am 06.03.1926
Tochter: Evamaria Braukmeier, geb. 1926
Sohn: Ernst Rudolf Braukmeier, geb. 1929
Sohn: Sohn, unehelich

Kurzbiographie:
bis 1902 Friedrichs-Gymnasium in Berlin
1902-1908 Studium zuerst der Mathematik, Physik und Chemie, dann der Bauingenieurwissenschaften an den Universitäten Berlin und Heidelberg und der TH Berlin-Charlottenburg
1908-1912 Regierungs-Bauführer bei der Königlichen Eisenbahndirektion in Berlin, dann Regierungsbaumeister
1912-1914 Industrietätigkeit bei Firma Orenstein & Koppel in Berlin
1920-1921 Referent der Hausbrand- und Wärmeabteilung der preußischen Landeskohlenstelle in Siegen
1921-1926 Leiter der Technischen Nothilfe Braunschweig
1936 durch nationalsozialistische Regierung aus dem Amt entfernt (zum 01.04.1936)
1946 Wiedereinstellung nach gestelltem Gesuch um Rehabilitierung
1950 Emeritierung
akademische Abschlüsse:
Studium 1908 1. Staatsexamen als Regierungsbauführer/-meister; Dipl.-Ing.
Promotion 1910 Dr. phil. bei A. Wehnelt an der Universität Berlin in den Fächern Philosophie, theoretische Physik, experimentelle Physik und Chemie
Titel der Arbeit: "Über die Potentialverteilung im dunklen Kathodenraum"
Studium 1912 2. Staatsexamen als Regierungsbaumeister

akademische Selbstverwaltung:
1924-1926 Vorstand der Abteilung für Bauingenieurwesen
1927-1929 Vorstand der Abteilung für Mathematik und Naturwissenschaften
1930-1935 Leiter des Flugtechnischen Institutes am Bienroder Weg
Funktionen:
1921-1926 Leiter des Studentischen Selbstschutzes
ab 1925 Sachverständiger für Flugzeugabnahmen des Landes Braunschweig
1923-1929 Vorsitz der Flugwissenschaftlichen Gruppe
weitere Informationen:
Ab 1914 Kriegsdienst; 1916 an die Front versetzt; 1916-1920 in französischer Kriegsgefangenschaft.
1922-1930 war Kurt Eisenmann Leiter der Flugwissenschaftlichen Gruppe der TH Braunschweig, 1930 schied er wegen Unstimmigkeiten mit den Gruppenmitgliedern aus.
Ende der 1920er Jahre wurde unter Kurt Eisenmann im Institut am Bienroder Weg mit industrieller Unterstützung, aber ohne Beihilfe TH Braunschweig und somit unter Aufwendung Eisenmanns privater Mittel, der ein Windkanal eingerichtet (1931 Inbetriebnahme).
1935 erfolgte durch Rektor Horrmann die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand, weil Eisenmann seine "arische Abstammung" zunächst nicht nachweisen konnte; bereits ab 1933 war ihm keine Versuchstätigkeit mehr möglich.
Ab WiSe 1941/42 lediglich vertretungsweise Übernahme von Vorlesungen und Übungen, unter anderem da Eisenmann durch seinen jüdischen Stiefvater entsprechend "geprägt" worden sei.
Patent: Höhenmessvorrichtung für Flugzeuge bei Nebellandung.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 Nr. 11.
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 Nr. 39 (Bl. 288).
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 Nr. 90.
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 Nr. 117 (BI. 36ff.).
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 Nr. 143 (BI. 181ff).
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 Nr. 258 (BI.168 ff).
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 Nr. 361 (BI. 17f).
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. B07 Nr. 254 (Personalakte).
Michael Wettern, Daniel Weßelhöft, Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945, Hildesheim u. a. 2010 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 5), S. 111-113.
Alfred Kuhlenkamp, Die Technische Hochschule Braunschweig im Krieg 1939-1945 und im ersten Nachkriegsabschnitt bis 1947, Braunschweig 1976, S. 13, 66, 70-72.
Internet-Ressourcen:
GND: 1034716840

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14.03.2017 / 16.08.2023