Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Adolf Friedrich Jensen"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000245 (abgerufen am 12.12.2025)

Jensen, Adolf Friedrich

 
 
1929-1932 a.o./plm. Professor für Methodik und Didaktik
(Vorgänger, Nachfolger)

(Langeintrag)

catalogue entry

Einrichtung:
1929-1933 Technische Hochschule (1878-1937)
Lehr- und Forschungsgebiete:
Reformpädagogik
Fachgebiet:
80 Pädagogik


Lebensdaten:
geboren am 23.01.1878 in Landwehr (Quarnbek)
gestorben am 06.02.1965 in Aurich
 Konfession:
evangelisch-lutherisch
Familie:
Vater: Ernst Jensen, Gutsinspektor
Ehefrau: Isolde Gudrun Sieglinde Jensen geb. Schellbach, Heirat 24.06.1922

Kurzbiographie:
Oberrealschule und Kieler Präparandeum
Volksschullehrerseminar in Eckernförde-Borby
1899-1902 Lehrer an einer Landschule, Ferienkurse an der Universität Kiel
1902-1903 Elementarlehrer an der Stadtschule in Lauenburg an der Elbe
1904-1919 Volksschullehrer in Hamburg
1919-1920 Tätigkeit im Arbeiterbildungswesen der Stadt Düsseldorf, u.a. als Dozent an der Volkshochschule
1920-1929 Lehrer und Rektor an der Rütlischule Berlin-Neukölln
1942-1943 Lehrgangsleiter in Utrecht/Niederlande im Auftrag des Deutschen Volksbildungswerkes der Wehrmacht, u.a. Durchführung von KdF-Lehrgängen "für volkstümliches Werkschaffen"
1950 Gründung einer Privatschule bei Aurich
akademische Abschlüsse:
Studium 1899 Seminar-Abgangsprüfung
Studium 1903 2. Lehrerprüfung in Hamburg

Funktionen:
Kritiker bei der „Düsseldorfer Volkszeitung", u.a. für Schule und Theater
Mitglied der amtlichen Kommission für Versuchsschulen in Hamburg
1947-1951 Mitglied des Niedersächsischen Landtags für die SPD
weitere Mitgliedschaften:
Bund für Schulreform
Deutscher Lehrerverein
Parteimitgliedschaften:
ab 1907 SPD
weitere Informationen:
1929 Reise nach Berlin im Auftrag des Braunschweigischen Volksbildungsministers Dietrich Klagges.
Der Sozialdemokrat Jensen war für die Nationalsozialisten vor allem wegen seiner fortschrittlichen pädagogischen und bildungspolitischen Ansichten unbequem und wurde von Volksbildungsminister Dietrich Klagges in den Ruhestand versetzt, sein Ruhegehalt wurde gekürzt und für widerruflich erklärt.
Nach 1940 bot Jensen für die Betreuung der Besatzungstruppen der Wehrmacht in Utrecht Werkstattarbeit als Freizeitgestaltung an, 1943 aufgrund einer Denunziation entlassen. Bis Kriegsende bei seiner Schwester in der Nähe von Aurich.
1946 rehabilitiert und vom Braunschweigischen Staatsministerium in die Rechte eines entpflichteten ao. Professors mit entsprechenden Bezügen eingesetzt.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Universitätsarchiv der TU Braunschweig, Best. A 1 Nr. 143.
Universitätsarchiv der TU Braunschweig, Best. B7 Nr. 322 (Personalakte).
Schulblatt für Braunschweig und Anhalt 42, 1929, S. 865ff
W. Scheibe, Die reformpädagogische Bewegung 1900-1932, 8. erg. Aufl., Weinheim 1982, S. 150f
Uwe Sandfuchs, Universitäre Lehrerausbildung in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Eine historisch-systematische Untersuchung am Beispiel der Lehrerausdsbildung an der Technischen Hochschule Braunschweig (1918-1940). Bad Heilbrunn/Obb. 1978, S. 252ff.
Michael Wettern, Daniel Weßelhöft, Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945, Hildesheim u. a. 2010 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 5), S. 138-140.
Internet-Ressourcen:
GND: 131576100

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24.03.2017 / 16.08.2023