Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Hugo Kanter"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000253 (abgerufen am 24.01.2026)

Kanter, Hugo

Dr. phil.
 
1908-1922 Dozent für kaufmännisches und gewerbliches Verrechnungswesen
1922-1933 apl. a.o. Professor für kaufmännisches und gewerbliches Verrechnungswesen

(Langeintrag)

catalogue entry

Einrichtung:
1908-1920 Technische Hochschule (1878-1937)
1921-1933 Technische Hochschule (1878-1937)
Fachgebiet:
85 Betriebswirtschaft


Lebensdaten:
geboren am 27.09.1871 in Breslau (Wrocław/Polen)
gestorben am 17.11.1938 in Berlin
 Konfession:
evangelisch-lutherisch, 1926 aus der Kirche ausgetreten
Familie:
Vater: Markus Kanter, Großkaufmann
Mutter: Friederike Kanter geb. Glück
Ehefrau: Clara Marianne Wilhelmine Mathilde Kanter geb. Schultz, Heirat am 27.09.1911

Kurzbiographie:
Gymnasium
Wirtschaftswissenschaften-Studium an den Universitäten Freiburg im Breisgau, München, Breslau und Heidelberg
1897-1902 Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Textil-Veredelungsindustrie in Düsseldorf verbunden mit der Leitung einiger Syndikate und Konventionen
1915-1916 Geschäftsführer der Dosenverteilungsstelle der Zentraleinkaufsgesellschaft, Braunschweig
1916-1918 Leiter der Gemüsekonserven-Kriegsgesellschaft, Braunschweig
1919-1925 Assistent, später Volkswirtschaftlicher Beirat der Industrie- und Handelskammer Braunschweig, und Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Vereins Deutscher Konserven-Fabrikanten
1925-1933 Syndikus der Industrie- und Handelskammer Braunschweig und Leiter des kaufmännischen Berufsschulwesens im Lande Braunschweig
akademische Abschlüsse:
Promotion 1901 Dr. phil. an der Universität Heidelberg
Titel der Arbeit: "Die Entwicklung des Handels mit gebrauchsfertigen Waren von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1866"

weitere Informationen:
Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde Hugo Kanter im März 1933 mit Gewalt von SA-Männern aus seinem Büro im IHK-Gebäude entfernt und zum 01.08.1933 wurde ihm der Lehrauftrag an der TH Braunschweig entzogen; Nachdem das Ehepaar Kanter zunächst in die Schweiz emigrierte, kehrten sie nach Berlin zurück, wo Kanter sich im November 1938 das Leben nahm.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 I Nr. 126.
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 I Nr. 143 (Bl. 191, 198).
H. A. Strauss, T. Buddensieg und K. Düwell (Hrsg.), Emigration. Deutsche Wissenschaftler nach 1933. Entlassung und Vertreibung, Berlin 1987, S. 30.
125 Jahre Industrie- und Handelskammer Braunschweig 1864-1989, Braunschweig 1989‚ S. 129
Michael Wettern, Daniel Weßelhöft, Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945, Hildesheim u. a. 2010 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 5), S. 143-145.
Uwe Lammers, Syndikus Hugo Kanter. "... einer der klügsten und stets ein anständiger Mensch", in: Braunschweigische Heimat 90, 2004, S. 9-11.
Internet-Ressourcen:
GND: 126764581

[GND-Link auf diese Seite: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/gnd/126764581]


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