Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Ferdinand Hermann Krauß"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000279 (abgerufen am 17.01.2026)

Krauß, Ferdinand Hermann

Dr. phil. habil.
 
1920-1922 Lehrauftrag für Analytische Chemie
1922-1929 Privatdozent für Analytische Chemie
1929-1938 nichtbeamteter a.o. Professor für anorganische Chemie
(Vorgänger, Nachfolger)

(Langeintrag)

catalogue entry

Einrichtung:
1920-1937 Technische Hochschule (1878-1937)
1937-1938 Technische Hochschule (1937-1967)
Institut:
1920-1938 Chemisches Institut
Fachgebiet:
35 Chemie


Namensvarianten:
Krauss
Lebensdaten:
geboren am 06.08.1889 in Stuttgart
gestorben am 17.06.1938 in Köthen
 Konfession:
evangelisch-lutherisch
Familie:
Vater: Alfred Krauß
Mutter: Maria Krauß, geb. Kolbe

Kurzbiographie:
bis 1910 Schule in Hamburg und Oberrealschule Uhlenhorst (Abitur)
1910-1914 Chemie-Studium an den Universitäten Freiburg und Erlangen und an der TH Stuttgart
1912-1914 Assistent an der TH Stuttgart bei Prof. Alexander Gutbier
1919-1920 Assistent an der Universität Münster bei Schenk
1920-1922 Assistent am Chemischen Institut der TH Braunschweig, später Beförderung zum Oberassistenten
akademische Abschlüsse:
Promotion 1914 Dr. phil. an der Universität Erlangen
Titel der Arbeit: "Studien über das Ruthenium"
Habilitation 1922 an der TH Braunschweig

weitere Mitgliedschaften:
Verband der außerpreußischen Nichtordinarien (zeitweilig Vorsitzender)
Bezirksverein Braunschweig des Vereins Deutscher Chemiker (1933 Vorstand)
Parteimitgliedschaften:
NSDAP
weitere Informationen:
1914 zum Kriegsdienst eingezogen, den Krauß als Leiter der wissenschaftlichen Abteilung des stellvertretenden Generalkommandos in Stuttgart ableistete, als Gasexperte befasst unter anderem mit Fragen des Luftschutzes.
1927 Herstellung von Persilikaten.
1930-1936 Herstellung von Persalzen und Wasserstoffperoxyd.
Seit Anfang der 1930er Jahre war Krauß’ Unterrichtspraxis umstritten, seit 1936 entbrannte darüber ein Konflikt im Chemischen Institut, der 1938 in einen Boykott seiner Lehrveranstaltungen durch die Studentenschaft der Chemischen Abteilung überging; der Boykott führte zu einem scharfen disziplinarischen Vorgehen der nationalsozialistischen Hochschulleitung gegen die Studentenschaft und gegen den Institutsleiter Karl Fries und zur Entlassung von Krauß, der kurz darauf nach schwerer Krankheit verstarb.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best A 1 I Nr. 29.
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. B 7, Nr. 341 (Personalakte).
Nachruf der Hochschule in: Braunschweiger Tageszeitung vom 19.06.1938.
Daniel Weßelhöft, Von fleißigen Mitmachern, Aktivisten und Tätern. Die Technische Hochschule Braunschweig im Nationalsozialismus, Hildesheim u. a. 2012 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 6), S. 293-295.
Internet-Ressourcen:
GND: 13251088X

[GND-Link auf diese Seite: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/gnd/13251088X]


eingestellt / geändert:
24.03.2017 / 16.08.2023