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Eintrag von "Wilhelm Paulsen"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000385 (abgerufen am 16.06.2026)

Paulsen, Wilhelm

 
 
1929-1930 Honorarprofessor für Praktische Pädagogik und Schulreform

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Einrichtung:
1929-1930 Technische Hochschule (1878-1937)
Lehr- und Forschungsgebiete:
Reformpädagogik


Lebensdaten:
geboren am 27.09.1875 in Hamburg
gestorben am 27.03.1943

Kurzbiographie:
Bürgerschule in Kiel
seminaristische Volksschullehrerausbildung am Lehrerseminar in Segeberg
1901-1921 im hamburgischen Schuldienst, unter anderem erster Lehrer an der Pestalozzistiftung (Erziehungsanstalt auf der Grundlage des Gemeinschaftslebens)
1920- Schulleiter der Versuchsschule Tieloh
1923 Oberstadtschaulrat in Berlin (beteiligt an der Neuorganisation des Berliner Schulwesens, unter anderem an der Gründung von 12 "Lebensgemeinschaftschulen“)
akademische Abschlüsse:
1897 Seminarabschlußprüfung der Volksschullehrerausbildung

Funktionen:
1906- Hamburger Delegierter bei der deutschen Lehrerversammlung
weitere Mitgliedschaften:
Bund Entschiedener Schulreformer
"Pädagogischer Ausschuss" der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Erziehungwesens (Gründer)
weitere Informationen:
Studienreisen nach Paris/Frankreich, Genf/Schweiz, Wien/Österreich.
1927 deutscher Vertreter auf dem Internationalen Erziehungskongreß in Locarno/Schweiz.
Vertreter der hamburgischen Lehrerschaft auf Tagungen des Deutschen Lehrerverbands.
Seit 1898 war Paulsen Mitglied in der SPD und setzte sich für Trennung von Staat und Kriche in der Erziehung und für die Einheitsschule ein.
1913 war Paulsen an der Redaktion der Zeitschrift "Pädagogische Reform" beteiligt.
Ab 1924 Mitarbeit an "Lebensgemeinschaftsschule. Mitteilungsblatt der Neuen Schulen in Deutschland".
Paulsen war im bürgerlichen Lager sehr umstritten und sein Lehrauftrag wurde mit Ende des Wintersemesters 1930/31 durch den Volksbildungsminister Dietrich Klagges zurückgenommen; 1933 wurden Paulsens Pensionszahlungen zunächst gestrichen und später reduziert wieder gezahlt.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Uwe Sandfuchs, Universitäre Lehrerausbildung in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Eine historisch-systematische Untersuchung am Beispiel der Lehrerausdsbildung an der Technischen Hochschule Braunschweig (1918-1940). Bad Heilbrunn/Obb. 1978, S. 253ff
W. Scheibe, Die reformpädagogische Bewegung 1900-1932, 8. erg. Aufl., Weinheim 1982
Hartwig Fiege, Geschichte der hamburgischen Volksschule, Hamburg 1970, S. 102.
Schulblatt für Braunschweig und Anhalt 42, 1929, S. 549ff
Michael Wettern, Daniel Weßelhöft, Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945, Hildesheim u. a. 2010 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 5) S. 172f
Internet-Ressourcen:
GND: 1035108372

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