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Eintrag von "Paul Richter"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000426 (abgerufen am 16.06.2026)

Richter, Paul

Dr.-Ing.
 
1937-1945 Dozent für Landesplanung und Raumordnung

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Einrichtung:
1937-1945 Technische Hochschule (1937-1967)
Lehr- und Forschungsgebiete:
Städtebau, Siedlungswesen, Raumforschung


Lebensdaten:
geboren am 04.12.1887 in Mülheim/Ruhr
gestorben am 24.07.1972 in Braunschweig
 Konfession:
katholisch, ab 1938 ohne Konfession
Familie:
Vater: Karl Christoph Richter, Ingenieur-Betriebsdirektor
Mutter: Maria Sophia Richter, geb. Kuhlmann
Ehefrau: Emilie Elisabeth Richter, geb. Seipt, Heirat am 30.11.1922
Sohn: 4 Söhne

Kurzbiographie:
1908 Abitur an der Oberrealschule Dortmund
1908-1913 Bauingenieurwesen-Studium an der TH Berlin-Charlottenburg
1913 Regierungsbauführer im preußischen Staatsdienst bei der Eisenbahndirektion in Essen
1921 Streckenbaumeister beim Umbau des Bahnhofs Hamm
1922 Baubeamter bei der Stadtverwaltung Buer in Westfalen, nach der Vereinigung von Buer und Gelsenkirchen
1928 Stadtbaurat in Gelsenkirchen befasst mit der Erstellung eines Generalsiedlungsplans
1928 Aufträge zur Aufstellung von Wirtschaftsplänen für das Aachener und Dürener Industriegebiet
1929-1934 Direktor der Westfälischen Planungsstelle für Siedlungswesen
1936 Vorstand der Bauabteilung Braunschweig der Reichsautobahn
1936 Geschäftsführer der Planungsgemeinschaft für den Raum Braunschweig (errichtet aufgrund des Gesetzes über die Landesplanung vom 29.03.1935)
1938 Referent für die Aufgaben des Vierjahresplanes und der Landesplanungsbehörde im Braunschweigischen Staatsministerium, Oberregierungsrat
1949-1950 Oberregierungsbaurat bei der Niedersächsischen Straßenbaudirektion Hannover
akademische Abschlüsse:
Studium 1913 Diplom, Regierungsbauführer
Studium 1920 Staatsexamen für den höheren Verwaltungsdienst, Regierungsbaumeister
Promotion 05.1927 Dr.-Ing. an der TH Hannover
Titel der Arbeit: "Wirtschaftlich-kulturelle Stadtgruppenbildung in einem Wirtschaftsverband"

Funktionen:
in der Geschäftsführung der Gesellschaft zur Vorbereitung des deutschen Volkswagens in Berlin tätig
weitere Mitgliedschaften:
04.1933 SA
Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau/Reichs- und Landesplanung
Parteimitgliedschaften:
01.11.1932/01.03.1933 NSDAP
weitere Informationen:
Ab Ende 1913 Militärdienst, Kriegsdienst 1914-1918. Leutnant der Reserve.
Als 1937 in Braunschweig eine Professur für Siedlungswesen und Landesplanung geschaffen werden sollte, war für die Besetzung Richter im Gespräch.
Richter war während seiner Tätigkeit bei der Geschäftsführung der Gesellschaft zur Vorbereitung des deutschen Volkswagens mit Aufgaben zur Planung und dem Bau des Volkswagenwerkes und der "Stadt des KdF-Wagens" betraut.
1947 behauptete Richter in einem Verfahren wegen Mitgliedschaft zum Korps der Politischen Leiter nichts von den NS-Verbrechen gewusst zu haben und wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Abt. A 1 I Nr. 45.
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Abt. A 1 I Nr. 109.
B. Stubenvoll, Die Beteiligung der Technischen Hochschule Braunschweig an den Planungsvorgängen in der NS-Zeit, in: Projektberichte zur Geschichte der Carolo-Wilhelmina, Heft 3, 1987, S. 151.166.
Daniel Weßelhöft, Von fleißigen Mitmachern, Aktivisten und Tätern. Die Technische Hochschule Braunschweig im Nationalsozialismus, Hildesheim u. a. 2012 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 6), S. 328-330.
Internet-Ressourcen:
GND: 105566369X

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27.03.2017 / 16.08.2023