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Eintrag von "Alfred Joseph Schroeder"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000476 (abgerufen am 30.05.2026)

Schroeder, Alfred Joseph

Dr.-Ing. habil.
 
1931-1935 Lehrbeauftragter und Privatdozent für Betriebswirtschaftslehre/Feinmechanik

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Einrichtung:
1926-1935 Technische Hochschule (1878-1937)


Lebensdaten:
geboren am 16.05.1896 in Nürnberg
gestorben am 04.02.1964 in Wilmsfeld über Heidelberg

Kurzbiographie:
-1915 Königliches Neues Gymnasium in München (Frühjahr)
1918-1923 Maschinenbau/Volks- und Betriebswirtschaftslehre- sowie Staatswissenschaften-Studium an der TH München
1923-1926 Maschinenbau/Volks- und Betriebswirtschaftslehre- sowie Staatswissenschaften-Studium an den Universitäten München, Frankfurt am Main und Berlin
Ingenieur in verschiedenen Werken, unter anderem als Betriebsingenieur und Betriebsleiter
Assistent bei Professor G. Marx an der TH München
1934-1939 Schriftleiter der Zeitschrift "Schleif- und Poliertechnik" und Mitarbeit an anderen Zeitschriften
Tätigkeiten in der Wirtschaft, unter anderem beim Union-Verlag, Siemens & Schuckert
akademische Abschlüsse:
Studium 1923 Dipl.-Ing. in Maschinenbau an der TH München
Promotion 09.07.1930 Dr.-Ing. bei Schmitz und Lüdicke an der TH Braunschweig
Titel der Arbeit: "Entwicklung der Schleiftechnik bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts"
Habilitation 1931 an der TH Braunschweig
Titel der Arbeit: "Grundlagen feinmechanischer Gestaltung"

akademische Selbstverwaltung:
1930-1935 Abteilungsvorstand und Mitbegründer des Institutes für Schleif- und Pollertechnik
weitere Informationen:
1914-1918 Kriegsfreiwilliger an der Front; Schroeder legte während des Krieges sein Notabitur ab und wurde in den Kämpfen mehrfach ausgezeichnet.
Schroeders Lehrauftrag am Institut wurden auf Wunsch der Industrie eingerichtet, in dieser Zeit unternahm er Informationsreisen zu verschiedenen Firmen (unter anderem AEG, C. Lorenz, Osram, Siemens).
Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurden Vorlesungen Schroeders von vielen Studenten boykottiert; da er als ausgesprochener Fachmann auf seinem Spezialgebiet galt, durfte Schroeder zunächst noch weiter lehren, beantragte jedoch 1935 die Entbindung von seinem Lehrauftrag; im Dezember 1939 emigrierte er mithilfe der Notgemeinschaft Deutscher Wissenschaftler ins Ausland und mithilfe des Society for the Protection of Science and Learning nach England.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. N 2 Sch 67
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 Nr. 143
Emigration. Deutsche Wissenschaftler nach 1933. Entlassung und Vertreibung. Hrsg. von H. A. Strauss, T. Buddensieg und K. Düwell. Berlin 1987, S. 38.
Michael Wettern, Daniel Weßelhöft, Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945, Hildesheim u. a. 2010 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 5), S. 192f
Internet-Ressourcen:
GND: 1035129868

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30.03.2017 / 17.10.2023