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Eintrag von "Hermann Stefan"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000500 (abgerufen am 30.05.2026)

Stefan, Hermann

Dr. med. habil.
 
1942-1945 Dozent für Neurologie und Psychiatrie

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Einrichtung:
1942-1945 Technische Hochschule (1937-1967)
Fachgebiet:
44 Medizin


Lebensdaten:
geboren am 30.12.1904 in Linz/Österreich
gestorben am 10.04.1980 in Köln
 Konfession:
katholisch, nach 1934 "gottgläubig"

Kurzbiographie:
1925 Abitur am Realgymnasium in Freudenthal/Schlesien (Bruntál/Tschechien)
1925-1931 Medizin-Studium an der Universität Kiel
1931-1932 Hospitant am III. medizinischen Klinikum in Wien/Österreich
1932-1934 Volontär- und Assistenzarzt an der Psychiatrischen und Nervenklinik Jena bei Prof. Hans Berger
1934-1935 Oberarzt der Heilanstalt Warstein in Westfalen
ab 1935 Oberarzt und stellvertretender Leiter an der Psychiatrischen Nervenklinik Köln unter Prof. Max de Crinis und Leister der Poliklinik für Nervöse
1938-1941 Dozent für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Köln
1938-1943 Direktor der Städtischen Nervenklinik Langenhagen und der Neurologischen und Psychiatrischen Abteilung des Städtischen Krankenhauses Nordstadt in Hannover
1943-1945 Leiter der Abteilung für Geistes- und Nervenkranke der Landeskrankenanstalt in Brünn
akademische Abschlüsse:
Promotion 05.1931 Dr. med. an der Universität Innsbruck/Österreich
Habilitation 1937 an der Universität Köln
Titel der Arbeit: "Zur Frage der exogenen Verursachung von Psychosen"

Funktionen:
bis 1938 Mitglied und Sachverständiger des Erbgesundheitsgerichts in Köln
weitere Mitgliedschaften:
1932 NSBO
Parteimitgliedschaften:
02.05.1930/01.05.1933 NSDAP
weitere Informationen:
Stefan verfasste zahlreiche zu Zwangssterilisationen führende Gutachten. Allerdings gab es zahlreiche Klagen wegen unprofessioneller Arbeitsweise. 1942 wurde er in einem Verfahren vor dem Ärztlichen Bezirksgericht wegen mangelhafter Sorgfalt bei der Gutachtertätigkeit verurteilt.
1943 zur Wehrmacht eingezogen wurde Stefan noch im selben Jahr wegen einer schweren Kriegsverletzung aus dem Dienst entlassen.
Der Lebenslauf nach 1943 ist nicht einwandfrei nachzuverfolgen, da Stefan in der Nachkriegszeit massenhaft Dokumente fälschte, um sich als Opfer des Nationalsozialismus darzustellen.
Nach einiger Zeit in Österreich kehrte er in den 1950er Jahren nach Köln zurück und ließ sich dort als Facharzt für Psychiatrie und Nervenheilkunde nieder.


Quellen:
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 I Nr. 160.
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. B7 Nr. 581 (Personalakte).
Daniel Weßelhöft, Von fleißigen Mitmachern, Aktivisten und Tätern. Die Technische Hochschule Braunschweig im Nationalsozialismus, Hildesheim u. a. 2012 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 6), S. 351-355.
weitere Literatur:
Thorsten Sueße, Die Nervenklinik Langenhagen als Institution zur Zeit der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik, in: 1938-1988: 50 Jahre Nervenklinik Langenhagen der Landeshauptstadt Hannover, Hannover 1988, S. 25-32.

eingestellt / geändert:
30.03.2017 / 17.10.2023