Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Kurt Völl"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000538 (abgerufen am 17.05.2026)

Völl, Kurt

 
 
1931-1934 Akademischer Sportlehrer, Dozent für die Geschichte und Organisation der Leibesübungen
1934-1945 planmäßiger Akademischer Turn- und Sportlehrer (Regierungsrat)
1938-1941 o. Professor für Leibeserziehung an der Bernhard-Rust-Hochschule

(Langeintrag)

catalogue entry

Einrichtung:
1925-1945 Technische Hochschule (1878-1937)
Institut:
Amt für Leibesübungen
Fachgebiet:
76 Sportwissenschaft


Lebensdaten:
geboren am 04.11.1902 in Wiesbaden
gestorben 1961 in Schapen
 Konfession:
seit 1936 "gottgläubig"

Kurzbiographie:
bis 1922 Reformrealgymnasium in Itzehoe, Abitur
1922-1924 Chemie-Studium an der TH Hannover
1924-1930 Chemiestudium an der TH Braunschweig
1925-1931 Hilfskraft und Sportassistent am Amt für Leibesübungen der TH Braunschweig
1944-1945 Vorstand des Referats für Leibesübungen im Volksbildungsministerium

Funktionen:
1937 Führer des Dozentenbundes und Leiter der Dozentenschaft an der BRH
weitere Mitgliedschaften:
1927 SA (Standartenführer, Sportlehrer der SA)
1931 Mitglied im Verband Deutscher Sportlehrer
Ehrungen:
05.01.1934 Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP
31.03.1939 "Blutorden" der NSDAP
Parteimitgliedschaften:
01.07.1928 NSDAP
weitere Informationen:
Völl war mehrere Jahre mittelrheinischer Meister im Langstreckenschwimmen. Im Rahmen der Olympischen Spiele 1936 wurde er als Sportfunktionär und Mitglied des Olympischen Komitees mit dem Olympia-Ehrenzeichen ausgezeichnet.
Während einer bei einer SPD-Versammlung von SA-Männern angezettelten Schlägerei wurde Völl durch einen Schlag auf den Kopf schwer verletzt und 14 Monate krankgeschrieben. Aufgrund dieser Kopfverletzung brach er sein Chemie-Studium an der TH ab.
Völl war für zahlreiche Denunziationen an der Braunschweiger Hochschule verantwortlich; er war Leiter des SA-Hochschulamtes in Braunschweig.
Gegen Ende des Krieges Kommandant eines Volkssturmbataillons in Schapen. Von April 1945 bis Juli 1947 wurde Völl interniert, sein Vermögen wurde gesperrt.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Abt. A 1 I Nr. 236.
Daniel Weßelhöft, Von fleißigen Mitmachern, Aktivisten und Tätern. Die Technische Hochschule Braunschweig im Nationalsozialismus, Hildesheim u. a. 2012 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 6), S. 371-374.

eingestellt / geändert:
30.03.2017 / 17.10.2023