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Eintrag von "Solms Wilhelm Wittig"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000569 (abgerufen am 13.03.2026)

Wittig, Solms Wilhelm

Dipl.-Ing.
 
1941-1945 Honorarprofessor für Naturasphalt im Bauwesen
(Vorgänger, Nachfolger)

(Langeintrag)

catalogue entry

Einrichtung:
1941-1945 Technische Hochschule (1937-1967)
Institut:
Institut für Naturasphalt
Fachgebiet:
56 Bauwesen


Lebensdaten:
geboren am 15.03.1897 in Braunschweig
gestorben 1973/1974 in Wolfsburg (?)
 Konfession:
evangelisch-lutherisch, 1936-1947 ausgetreten

Kurzbiographie:
bis 1916 Volksschule und Wilhelm-Gymnasium in Braunschweig (Abitur)
1918-1921 Bauingenieurwesen-Studium an der TH Braunschweig
1921 kurzzeitig Assistent bei Professor Max Möller an der TH Braunschweig
1921-1922 Ingenieur bei der Firma Wutzner in Dortmund
1922-1924 Regierungsbauführer im Braunschweigischen Staatsdienst, tätig im Straßenbau- und Wasserbauamt und in der Baudirektion
1925-1928 Tätigkeit in der Rheinisch-Westfälischen Bauindustrie in Düsseldorf (Stumm-Konzern) und als technischer Leiter des Entwässerungsverbandes Emden
1928-1935 Regierungsbaumeister im Straßen- und Wasserbauamt Braunschweig, 1933 Beförderung zum Baurat
1935-1938 Übernahme des Referats Tiefbau im Finanzministerium Braunschweig, 1936 Beförderung zum Oberbaurat
1938-1941 o. Professor für Straßenbau und Städisches Bauwesen an der TH Dresden und Leiter des Forschungsinstituts für Straßenbau
1939 Leitung der Tiefbauabteilung der Wohnungs AG der Reichswerke Hermann Göring
1940-1945 Generaldirektor bei der Deutschen Asphalt AG (DASAG) in Braunschweig und Geschäftsführer der Steinöl GmbH Schandelah, als solcher ziviler Leiter des Lagers Schandelah, Außenlager des KZ Neuengamme
akademische Abschlüsse:
Studium 1921 Dipl.-Ing. in Bauingenieurwesen
Studium 1924 2. Staatsexamen zum Regierungsbaumeister

akademische Selbstverwaltung:
1941-1945 Leiter des Instituts für Naturasphalt
Funktionen:
1936 Mitglied im Arbeitsausschuss für Asphaltstraßen der Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen
weitere Mitgliedschaften:
1937 Akademie für Bauwesen
Parteimitgliedschaften:
01.04.1932 NSDAP
weitere Informationen:
1916-1918 Kriegsdienst bei einem Telegrafenbataillon und einer Nachrichtenabteilung.
Im Sommer 1944 forderte Wittig zum Abbau von Ölschiefer 600 Gefangene aus dem KZ Neuengamme an; im Februar 1947 wurde er von einem Militärgericht für seine Mitverantwortung an den Zuständen im Lager zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde in eine 20-jährigen Haftstrafe umgewandelt. 1955 wurde Wittig vorzeitig entlassen.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 I Nr. 229.
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. N 1 W:181 (Diplomprüfungsakte).
Daniel Weßelhöft, Von fleißigen Mitmachern, Aktivisten und Tätern. Die Technische Hochschule Braunschweig im Nationalsozialismus, Hildesheim u. a. 2012 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 6), S. 375-377.
weitere Literatur:
Heike Petry, "Betr.: Einsatz von KZ-Häftlingen in Schandelah", in: Gudrun Fiedler, Hans-Ulrich Ludewig, Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft im Lande Braunschweig 1939-1945, Braunschweig 2003, S. 237-256.

eingestellt / geändert:
30.03.2017 / 17.10.2023