Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Heinrich Rodenstein"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00002022 (abgerufen am 24.01.2026)

Rodenstein, Heinrich

 
 
1945-1946 Lehrbeauftragter für "Staatsbürgerliche Erziehung"
1946-1948 Dozent für "Staatsbürgerliche Erziehung"
1948-1968 Professor für Politische Bildung/Politische Wissenschaft
(Vorgänger, Nachfolger)

(Langeintrag)

catalogue entry

Einrichtung:
1945-1968 Pädagogische Hochschule (1945-1969)
Lehr- und Forschungsgebiete:
Staatsbürgerliche Erziehung, Staatsbürgerliche Bildung und später Poltische Bildung
Fachgebiet:
89 Politologie, Politikwissenschaften


Lebensdaten:
geboren am 12.01.1902 in Braunschweig
gestorben am 22.12.1980 in Braunschweig

Kurzbiographie:
bis 1922 Besuch des Herzoglichen Lehrerseminars in Braunschweig
1922-1925 Hilfslehrer der Stadt Braunschweig
1926-1933 Lehrertätigkeiten in Schöningen und Braunschweig
1927 Ernennung (01.04.1927) zum Beamten auf Lebenszeit
1933 Entlassung aus dem Lehrerdienst im Nationalsozialismus
1933-1935 Emigration und ab 1934 Lehrertätigkeit in Saarbrücken und Saarlouis
1940-1945 Gelegenheitsarbeiten in Frankreich
1945 Tätigkeit als Hilfslehrer in Braunschweig
1946 Ruf in ein deutsches Beamtenverhältnis als Volksschulrektor
akademische Abschlüsse:
Studium 1922 Erste Lehrerprüfung für das Lehramt an Volksschulen am Herzoglichen Lehrerseminar in Braunschweig
Studium 1925 Abschluss der 2. Lehrerprüfung in Wolfshagen

akademische Selbstverwaltung:
1948-1955 Direktor der Pädagogischen Hochschule Braunschweig, Kant-Hochschule
Funktionen:
Stadtratsmitglied Schöningen
weitere Mitgliedschaften:
1947 Allgemeiner Deutscher Lehrer- und Lehrerinnen-Verband (Zweiter Vorsitzender)
ab 1948 Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) (Mitbegründer; Vorsitzender 1960-1968)
1955-1957 Internationale Vereinigung der Volksschullehrer-Verbände (Präsident)
1966-1972 Internationale Bund Freier Gewerkschaften (Präsident des Internationalen Berufssekretariats der Lehrer)
Pariser Sektion des Verbands deutscher Lehreremigranten (Leiter und Funktionär)
Ehrungen:
15.06.1977 Ehrenbürgerschaft der Stadt Braunschweig
1968 Bundesverdienstkreuz am Bande
1970 Kulturpreis des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Ehrenmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
1967 Verdienstkreuz des Landes Niedersachsen
Parteimitgliedschaften:
bis 1929 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
weitere Informationen:
Heinrich Rodenstein emigrierte infolge seiner politisch geprägten Entlassung aus dem Schuldienst – Hintergrund war seine KPD-Mitgliedschaft – am 16.07.1933 nach Holland/Niederlande und anschließend nach Reval/Frankreich; 1935 ging er ins Exil in Frankreich.
Im Oktober 1946 rief Heinrich Rodenstein auf einer gemeinsamen Konferenz mit Vertretern anderer niedersächsischer Lehrerverinigungen zur Gründung eines "Allgemeinen Deutschen Lehrer- und Lehrerinnen-Verbandes (Britische Zone)" auf.
Heinrich Rodenstein setzte sich für eine Reform der Lehrerbildung hin zu einem "echten Hochschulstudium" (sechssemestrig; mit studium generale) ein.
Im Jahr 1948 wurde Heinrich Rodenstein Mitbegründer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW); enge Zusammenarbeit mit Hans Löhr und Leo Regener zur Verfassung der Denkschrift Weiterentwicklung der Lehrerausbildung.
Obwohl selbst ehemals KPD-Mitglied, bot Heinrich Rodenstein keine Lehrveranstaltungen an, die sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzten; hierfür wurde er später angegriffen.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Gerhard Himmelmann, Politische Wissenschaft und Politische Bildung, In: Ders. (Hg.), Fünfzig Jahre wissenschaftliche Lehrerbildung in Braunschweig, Festschrift 1995, Braunschweig 1995, S. 163-180.
Internet-Ressourcen:
GND: 118918192

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14.08.2019 / 16.08.2023