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Eintrag von "Carl Mühlenpfordt"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00002270 (abgerufen am 16.06.2026)

Mühlenpfordt, Carl

 
 
1914-1934 o. Professor für mittelalterliche Baukunst, seit 1923 für Hochbau und Baukunst

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Einrichtung:
1914-1934 Technische Hochschule (1878-1937)
Lehr- und Forschungsgebiete:
Gebäudekunde
Ziegelrohbau
Industriebau und Hochbau
Ländliche Siedlungen
Mittelalterliche Baukunst
Fachgebiet:
56 Bauwesen


Lebensdaten:
geboren am 12.02.1878 in Blankenburg
gestorben am 19.01.1944 in Lübeck
 Konfession:
evangelisch-lutherisch
Familie:
Vater: Carl Mühlenpfordt, Schulinspektor
Mutter: Hermine Mühlenpfordt, geb. Nickel
Ehefrau: Anna Dräger-Mühlenpfordt, geb. Dräger (1887-1984), Heirat 27.12.1909, Kunstmalerin
Sohn: Justus (1911-2000), Dr., Physiker
Tochter: Hanna, geb. 1914
Tochter: Anke, geb. 1917
Sohn: Heinrich, geb. 1918

Kurzbiographie:
1896 Abitur am Humanistischen Gymnasium in Blankenburg
1896-1900 Studium der Architektur (u.a. bei Constantin Uhde) an der Herzoglichen Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina Braunschweig
1900-1901 Hilfslehrer an der Herzoglichen Baugewerkeschule Holzminden
1901 Regierungsbauführer (Preußischer Staatsdienst) bei den Neubauten der Charité in Berlin
1903-1905 Regierungsbauführer (Preußischer Staatsdienst) (Inventarisierung und Untersuchung der Baudenkmäler in Lübeck) bei der Bauverwaltung der Stadt Lübeck
1905-1906 Tätigkeit bei der Königlichen Regierung, Potsdam
1906 Regierungsbaumeister, Kassel und Frankfurt am Main
1907-1914 Bauinspektor (Hoch- und Wegebauten) in Lübeck
1910 Technischer Leiter der Heimstätten-Gesellschaft mbH, Lübeck
1918 Aufnahme in die Herzogliche Baudirektion, Braunschweig
1934 Entlassung aus dem Lehramt an der Herzoglichen Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina Braunschweig
ab 1934 Werbeleiter der Fa. Dräger-Werke [Firma des Schwiegervaters], Lübeck
akademische Abschlüsse:
Studium 1900 Regierungsbauführer-Examen an der Herzoglichen Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina Braunschweig
Studium 1906 Regierungsbaumeister-Examen (ausgezeichnet mit der Schinkel-Medaille)

akademische Selbstverwaltung:
1919-1921 Vorstand der Abteilung für Architektur
1921-1923 Dekan
1925-1928 Rektor
1928-1932 Prorektor
Funktionen:
1918 Mitglied der braunschweigischen Prüfungskommission für Baumeister und der Baudirektion
1925 Berufung ins Oberprüfungsamt des Stadtbaudienstes
um 1925 Bauleiter beim Bau der neuen Institute der TH Braunschweig
wissenschaftliche Mitgliedschaften:
Hochschulbund (zeitweise Vorsitzender)
weitere Mitgliedschaften:
1919-1926 Stahlhelm
Braunschweiger Burschenschaft Alemannia
Ehrungen:
1906 Schinkelmedaille für Preisarbeit (im Rahmen des Regierungsbauführer-Examens)
1910 Baurat der Stadt Lübeck
Eiseners Kreuz I. und II. Klasse
Lübecker Hanseatenkreuz
Braunschweigisches Kriegsverdienstkreuz
weitere Informationen:
Um 1900 unternahm Carl Mühlenpfordt – unterstützt von der TH Braunschweig – eine Studienreise nach Paris.
Im Zeitraum 1901-1902 leistete Carl Mühlenpfordt Militärdienst.
Im Jahr 1906 unternahm Carl Mühlenpfordt eine Studienreise nach Belgien und Holland.
Carl Mühlenpfordt nahm 1914 den Lehrstuhl für mittelalterliche Baukunst an, konnte jedoch erst 1918 beginnen. Zuvor war er im 3. Oberelsässischen Infanterieregiment Nr. 171 im Kriegseinsatz und wurde mehrfach für Tapferkeit ausgezeichnet. Er schied Anfang 1918 wegen Typhus als Hauptmann aus.
Carl Mühlenpfordt unternahm 1921 eine Südamerikareise in Ausführung eines Bauauftrags für eine Fabrik.
Zu den Bauten unter Mitwirkung Carl Mühlenpfordts zählen u.a.: Friedhofsbauten, Lübeck (1906-1910); AOK-Gebäude, Hamburg-Harburg und Braunschweig; Elektrotechnische Institute der TH, Braunschweig; Kirche, Oldenburg (1919-1934); Heimstätten, Industriebauten und Planung für die zerbombte Stadt Lübeck (1934-1944).
Im November 1931 geriet Carl Mühlenpfordt erstmals in Konflikt mit dem nationalsozialistischen Volksbildungsminister Dietrich Klagges. Schließlich wurde er durch Beschluss vom Oktober 1933 auf Basis des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus dem Staatsdienst entlassen – auch wegen seiner Haltung im "Hochschulkonflikt".
Carl Mühlenpfordts Lehre prägte die Braunschweiger Schule in der Architektur. In der Folge wurden in Lübeck und Braunschweig Straßen nach ihm benannt.


Quellen:
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. B 7 Nr. 388 (Personalakte).
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. G 14 (Sammlung Mühlenpfordt).
Stadtarchiv Braunschweig, H VIII A 3689
W. Gehlhoff, Carl Mühlenpfordt. Rede gehalten auf der Gedächtnisfeier der Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina in Braunschweig am 19. Januar 1946, Braunschweig 1946.
Roland Böttcher, Katalog ehemaliger Architektur-Lehrer der Technischen Universität Braunschweig und ihrer Vorgänger, (ms.) Braunschweig 1985, S. 83ff.
Michael Wettern, Daniel Weßelhöft, Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945, Hildesheim u. a. 2010 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 5), S. 169-171.
Internet-Ressourcen:
GND: 117162787

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