Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Gerhard Hermann Robert Ludwig Ernst von Frankenberg und Ludwigsdorf"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000144 (abgerufen am 05.12.2025)

Frankenberg und Ludwigsdorf, Gerhard Hermann Robert Ludwig Ernst von

Dr. phil.
 
1928-1932 Lehrauftrag für Zoologie
1945-1948 a.o. Professor für Zoologie
(Vorgänger, Nachfolger)

(Langeintrag)

catalogue entry

Einrichtung:
1928-1932 Technische Hochschule (1878-1937)
1945-1948 Technische Hochschule (1937-1967)
Institut:
Institut für Zoologie
Lehr- und Forschungsgebiete:
Anpassung
Dystelie
Probiermechanismen
Gallen
Einführung in die Zoologie
Fachgebiet:
42 Biologie


Lebensdaten:
geboren am 12.10.1892 in Braunschweig
gestorben am 20.11.1969 in Hannover
 Konfession:
evangelisch-lutherisch
Familie:
Vater: Hermann von Frankenberg, Jurist und Stadtrat
Mutter: Luise von Frankenberg, geb. Sommer
Ehefrau: Elisabeth von Frankenberg, geb. Kreth
Tochter: Sigrun von Frankenberg
Sohn: Oskar von Frankenberg (1926-1945)

Kurzbiographie:
Wilhelm-Gymnasium in Braunschweig
1911-1915 Studium der Biologie und Zoologie in Heidelberg, Braunschweig und Leipzig
1915-1917 Assistent am Zoologischen Institut der Universität Frankfurt am Main
1919-1920 Volontärassistent am Naturhistorischen Museum, Braunschweig
1920 Leiter des Staatlichen Presseamtes Braunschweig
1924-1928 Museumsinspektor und stellvertretender Leiter des Naturhistorischen Museums, Braunschweig
1928-1933 Direktor des Naturhistorischen Museums Braunschweig
1933-1945 Lehrauftrag wird von Landesregierung entzogen, Umzug nach Hannover 1934, Tätigkeit als Schriftsteller und Fotograf
1945-1948 Direktor des Naturhistorischen Museums Braunschweig
akademische Abschlüsse:
Promotion 04.09.1914 Dr. phil. bei Karl Chun an der Universität Leipzig
Titel der Arbeit: "Die Schwimmblase der Corethra (Streckfußmücke)"

akademische Selbstverwaltung:
1945-1948 Leiter des Instituts für Zoologie
Funktionen:
Gauführer des "Reichsbanners Schwarz Rot Gold"
1922-1932 Landtagsabgeordneter der SPD
wissenschaftliche Mitgliedschaften:
1921 Deutsche Zoologische Gesellschaft
1949 Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft
Naturhistorische Gesellschaft Hannover (korrespondierendes Mitglied)
weitere Mitgliedschaften:
Friedensgesellschaft
Monistenbund
1949-1959 Deutscher Volksbund für Geistesfreiheit (Präsident)
Ehrungen:
1959 Ehrenpräsident des Deutschen Volksbundes für Geistesfreiheit/Monistenbundes
1968 Bundesverdienstkreuz (Annahme abgelehnt)
Parteimitgliedschaften:
1919-1933, 1945-1969 SPD
weitere Informationen:
Am 08.08.1914 meldete sich von Frankenberg freiwillig zum Kriegsdienst. Nach einer Verwundung im August des folgenden Jahres mit daraus resultierendem Herzleiden wurde er am 31.08.1916 ausgemustert, von Mai 1917 bis August 1919 aber noch zu Heeresdienstaufgaben herangezogen.
Aufgrund von SPD-Mitgliedschaft und überzeugtem Eintreten für Demokratie und Gerechtigkeit wurde von Frankenberg und Ludwigsdorf zum 31. Juli 1932 ohne Angabe von Gründen und ohne Anhörung durch den Volksbildungsminister Dietrich Klagges der Lehrauftrag entzogen.
Gerhard von Frankenberg und Ludwigsdorf und seine Familie waren massiven Repressionen durch die Nationalsozialisten ausgesetzt.
Am 22. August 1944 wurde er im Rahmen der sogenannten Gewitter-Aktion verhaftet, im KZ Neuengamme interniert und einen Monat später wieder entlassen.
Gerhard von Frankenberg und Ludwigsdorf war Mitherausgeber der sozialdemokratischen Flugschriften.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Niedersächsisches Landesarchiv Wolfenbüttel, Best. 284 N, Nachlass Dr. Gerhard von Frankenbergs.
Lebenslauf in: Abhandlung der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft 1969, S. 64.
Michael Wettern, Daniel Weßelhöft, Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945, Hildesheim u. a. 2010 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 5), S. 114-118.
Alfred Kuhlenkamp, Die Technische Hochschule Braunschweig im Krieg 1939-1945 und im ersten Nachkriegsabschnitt bis 1947, Braunschweig 1976, S. 58-59.
Internet-Ressourcen:
GND: 116716304

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14.03.2017 / 16.08.2023