Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Siegfried Richard Hilpert"
im Braunschweiger Professor*innenkatalog,
URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000221 (abgerufen am 13.05.2026)

Hilpert, Siegfried Richard

Dr. phil. habil.
 
1930-1942 o. Professor für chemische Technologie
(Vorgänger, Nachfolger)

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Einrichtung:
1930-1937 Technische Hochschule (1878-1937)
1937-1942 Technische Hochschule (1937-1967)
Institut:
Institut für chemische Technologie
Lehr- und Forschungsgebiete:
Zellstoff und Lignin, (synthetische) Herstellung des Strohzellstoffs
Magnetismus der Eisenoxyde und -oxychloride
Natrium-, Silicium- und Kupferferrite
Fachgebiet:
35 Chemie
58 Chemische Technik, Umwelttechnik, verschiedene Technologien


Lebensdaten:
geboren am 18.03.1883 in Straßburg/Frankreich
gestorben am 03.03.1951 in Brookline/USA
 Konfession:
evangelisch-lutherisch
Familie:
Vater: Bruno Hilpert, Kapellmeister
Mutter: Marie Hilpert, geb. Sering
Ehefrau: Adele Hilpert, geb. Bösener, Heirat am 17.12.1919
Tochter: Erica Hilpert, geb. 1921
Sohn: Heinz Hilpert, geb. 1922

Kurzbiographie:
1902 Humanistisches Gymnasium in Hannover, Abitur
1902-1905 Studium der Chemie in Berlin
1905-1907 Privatassistent bei Emil Fischer in Berlin
1907-1910 Assistent an der Königlich Technischen Hochschule zu Berlin
1910-1914 Privatdozent für Metallurgie und anorganische Chemie an der Königlich Technischen Hochschule zu Berlin
1914-1916 Professor und Abteilungsvorstand des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Kohleforschung in Mülheim an der Ruhr
1916-1921 bei Stinnes und der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-AG
1921-1926 Vorsteher/Generaldirektor der Koholyt A.G. in Königsberg
1921-1930 Honorarprofessor an der Technischen Hochschule zu Berlin
1945 Beraterstelle bei der Zellstoff-Fabrik in Waldhof
1950-1951 Auswanderung in die USA
akademische Abschlüsse:
Promotion 1905 Dr. phil. bei Emil Fischer und Nernst an der Universität Berlin
Titel der Arbeit: "Chemische Lichtwirkungen. Über Reaktionen des 4-Amido-Z-nitrostilbens“ (magna cum laude)
Habilitation 1909 an der Königlich Technischen Hochschule zu Berlin

akademische Selbstverwaltung:
1931-1939 Leiter des Institutes für chemische Technologie
1935-1937 Dekan der Abteilung für Chemie
weitere Mitgliedschaften:
Deutsche Chemiker Gesellschaft
Bunsen-Gesellschaft
weitere Informationen:
Siegfried Hilpert plante 1937 Arbeiten auf dem Gebiet der Zellstoffchemie zu intensivieren, der Plan scheiterte wegen der Erweiterung des Instituts in Richtung Brennstoffchemie.
1938 wurde auf Siegfried Hilperts Initiative das Institut für landwirtschaftliche Technologie gegründet.
Mit seiner Familie reiste Siegfried Hilpert im August 1939, zwei Wochen vor Kriegsbeginn, über die Schweiz nach Frankreich, um sich dort mit Wissenschaftlern der Universität Strasbourg zu treffen. Durch den Kriegsausbruch und aufgrund von fehlerhaften Papieren wurde er wegen Spionageverdachts verhaftet und mit seiner Familie bis 1940 in Frankreich interniert. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde Hilpert am 03.10.1940 von der Gestapo verhaftet und auf Anordnung des Reichssicherheitshauptamtes nach Berlin überführt. Am 10.02.1942 wurde er wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Das rechtskräftige Urteil wurde jedoch zunächst ausgesetzt und später durch Begnadigung in eine fünfjährige(?) Haftstrafe umgewandelt. Auf seinen Lehrstuhl kehrte Hilpert nicht mehr zurück.


Quellen:
Vorlesungsverzeichnis
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 I Nr. 276.
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. A 1 I Nr. 247.
Universitätsarchiv TU Braunschweig, Best. B 7 Nr. 309 (Personalakte).
Michael Wettern, Daniel Weßelhöft, Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945, Hildesheim u. a. 2010 (Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 5), S. 135-137.
Klaus Erich Pollmann, Hochschulpolitik und Hochschulentwicklung nach 1945, in: Walter Kertz (Hrsg.), Technische Universität Braunschweig. Vom Collegium Carolinum zur Technischen Universität 1745-1995, Hildesheim u. a. 1995, S. 601-643, S. 606f.
TU Braunschweig, Institut für Technische Chemie: ›1863-2013. 150 Jahre Institut für Technische Chemie an der Technischen Universität Braunschweig‹, September 2013. Digitalisat auf: docplayer.org
Internet-Ressourcen:
GND: 116892242

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